Bizarre Felsen, Plattenkalke und Fossillien Schwarzwaldverein Überlingen im Altmühltal

Ein Bericht von Leo Wollmann in der Schwarzwaldvereinszeitung auf Seite 20

Die Wanderwoche des Schwarzwaldvereins war ein besonderer Höhepunkt im Jubiläumsjahr der Ortsgruppe Überlingen. Bei trockenem Wetter mit teilweise hohen Temperaturen wanderten 43 Mitglieder in mehreren Etappen auf dem Altmühl Panoramaweg von Treuchtlingen bis Eichstätt und auf zwei weiteren Teilstrecken bis zum Pfraundorfer See.

Die Tagestouren waren von der Hauptorganisatorin Rosel Schmidberger und Wanderführer Leo Wollmann so gewählt, dass jeder Teilnehmer täglich eine nach seiner Kondition passende Strecke auswählen konnte. Der ausgezeichnet beschilderte Panoramaweg führte sowohl durch schattige, bewaldete Flächen als auch durch die sonnigen Wachholderheiden und Trockenrasenflächen, die für das Altmühltal typisch sind und von Schafen gepflegt werden. Von der einzigartigen Landschaft der Fränkischen Alb und den teilweise bizarren Felsformationen wie die zwölf Apostel bei Solnhofen sowie den tollen Aussichten ins Tal war die Wandergruppe begeistert. Bei der Stadtführung durch die wunderschön gelegene Bischofs- und Universitätsstadt Eichstätt haben die Teilnehmer viel über die Geschichte der Stadt und ihres ersten Bischofs Willibald erfahren.

VOM REPTIL ZUM URVOGEL
Leo Wollmann vermittelte geologische Informationen zur Entstehung der bekannten Plattenkalke vor rund 150 Millionen Jahren, als Süddeutschland unter einem Flachmeer lag. Die bekannten Solnhofer Platten, wenige Millimeter bis einige Zentimeter dick sind, findet man zwischen Solnhofen und Eichstätt, dort gibt es reiche Lagerstätten und viele Steinbrüche. Wo heute die Altmühl fließt, hatten einst auf Teilstrecken Main und Donau ihr Bett. Von besonderer Bedeutung in dieser Region sind die aus der Jurazeit stammenden Fossilien.
Im Museum Berger in Eichstätt bewunderten wir Fundstücke, die feinste Details von Pflanzen und Tieren vor 150 Millionen Jahren zeigen. Vor allem das hier gefundene Fossil des Urvogels ist für die Erforschung der Evolution der Tierwelt von besonderer Bedeutung. So konnte die schrittweise Entwicklung von Reptilien zum Vogel nachgewiesen werden.
14 Wanderer wagten sich – mit Hammer und Meißel ausgestattet – bei sengender Hitze in den Steinbruch und machten sich auf die Suche nach Fossilien. Ein besonders wertvoller Fund war zwar keinem beschieden, aber für ein individuelles Andenken an diese schöne Wanderwoche, die allen viel Spaß und Freude gemacht hat, hat es gereicht.

Leo Wollmann

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